Gebühren auch weiterhin weit unter dem Landesdurchschnitt

Die Abfallgebühren im Landkreis Göppingen sollen für die Jahre 2027 und 2028 moderat angepasst werden. Im Vergleich zur Gebührenkalkulation 2025/2026 erhöht sich der Gebührenbedarf 2027/2028 um rund 2,2 Prozent und spiegelt die allgemeine Inflation wider. Dabei spielen insbesondere höhere Preise aufgrund von Preisgleitklauseln in den Entsorgungs- und Sammelverträgen sowie gestiegene Personalkosten durch tarifliche Erhöhungen und Besoldungsanpassungen eine Rolle.
Zudem wird mit der Umstellung auf die KüchenBio-Tonne, die den bisherigen blauen Biobeutel ablöst, eine höhere Bioabfallmenge erwartet. Für die künftigen Jahre wird mit rund 17.000 Tonnen Bioabfall pro Jahr gerechnet.

Trotz dieser Kostensteigerungen ist es dem AWB gelungen, die Auswirkungen auf die Gebührenbelastung der Bürgerinnen und Bürger moderat zu halten. Für den im Landesvergleich maßgeblichen Referenzhaushalt (Vier-Personen-Haushalt mit einer 60-Liter-Restmülltonne und den zehn verpflichtenden Mindestleerungen) steigt die jährliche Gebühr von bisher 172,20 Euro auf künftig 183,70 Euro; also um weniger als einen Euro pro Monat (rund 96 Cent). Dies bedeutet für die kommende zweijährige Kalkulationsperiode eine Steigerung um ca. 6,7 Prozent insgesamt oder 3,35 Prozent pro Jahr. Damit kostet die Abfallentsorgung mit all ihren durch die Abfallgebühr abgedeckten Leistungen für den Referenzhaushalt künftig rund 50 Cent am Tag.

Die Gebühren setzen sich weiterhin aus einer Jahresgebühr und einer Leerungsgebühr zusammen. Künftig werden 55 Prozent der gebührenfähigen Kosten über die Jahresgebühr und 45 Prozent über die Leerungsgebühr verteilt. Bisher lag das Verhältnis bei 50 zu 50. Während die Jahresgebühr steigt, werden die Gebühren für die einzelnen Leerungen niedriger. Bei der 60-Liter-Restmülltonne sinkt die Gebühr von bisher 4,98 Euro auf 4,51 Euro pro Leerung, bei der 120-Liter-Tonne reduziert sie sich von 9,96 Euro auf 9,02 Euro und bei der 240-Liter-Tonne von 19,92 Euro auf 18,04 Euro. Damit bleibt das Prinzip erhalten, dass sich die tatsächliche Gebühr auch daran orientiert, wie häufig die Restmülltonne geleert wird. Bis zu 26 Leerungen pro Jahr sind weiterhin möglich, mindestens zehn Leerungen werden unabhängig von der tatsächlichen Nutzung berechnet.

Mit einer Gebühr von 183,70 Euro liegt der Landkreis Göppingen weiterhin deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Dieser beträgt für den Referenzhaushalt im Jahr 2026 207,80 Euro, mögliche Gebührensteigerungen für das Jahr 2027 sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Der gute Wert in der Landesliga der Abfallgebühren ist auch darauf zurückzuführen, dass der AWB in den vergangenen Jahren konsequent verschiedene Maßnahmen umgesetzt hat, um die Gebühren zu entlasten. Auch für die künftige Kalkulationsperiode wurden diese Möglichkeiten genutzt, um die Gebührensteigerung so moderat wie möglich zu halten. Mit den beschlossenen Beteiligungen am Kompostwerk in Kirchheim unter Teck und an der Biovergärungsanlage in Leonberg wurde bei den Bioabfällen durch interkommunale Kooperation mit den Landkreisen Esslingen und Böblingen langfristig Entsorgungssicherheit geschaffen.

Die Einführung der KüchenBio-Tonne ist dabei ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung des Abfallwirtschaftssystems. Sie löst den bisherigen blauen Biobeutel ab und soll dazu beitragen, künftig deutlich mehr Küchenbioabfälle getrennt zu erfassen und die Restmüllmenge weiter zu reduzieren. Auch die Sauberkeit des Stadtbilds wird mit der Tonne verbessert.

Gleichzeitig werden bei der aktuellen Kalkulation vorhandene Spielräume gezielt genutzt, um die Gebührenbelastung für die Bürgerinnen und Bürger moderat zu halten. Auch der vorhandene Überschuss aus dem Jahr 2024 soll zur Gebührenentlastung eingesetzt werden. 

Mit der zweijährigen Kalkulationsperiode wird zugleich eine solide Grundlage geschaffen, um die weitere Entwicklung des Abfallgebührensystems auf Basis der dann vorliegenden Erfahrungen zu betrachten. Die aktuelle Kalkulation verbindet damit eine möglichst moderate Gebührenentwicklung mit der notwendigen Flexibilität, auf die tatsächlichen Entwicklungen der kommenden Jahre angemessen reagieren zu können.

 Eingangsbereich AWB-Gebäude
Bildunterschrift: Abfallwirtschaftsbetrieb (Foto: Tobias Fröhner)